Zöliakie und Glutenunverträglichkeit

Warum sind einige unserer Backmischungen glutenfrei? Ist das alles nur ein Trend oder was steckt genau hinter dem ganzen Thema?

glutenfreie Backwaren

Was ist Zöliakie?

Zöliakie ist eine Unverträglichkeit des Dünndarms gegenüber Gluten. Gluten ist auch als Klebereiweiß bekannt und beschreibt ein Proteingemisch, das in vielen heimischen Getreidesorten wie Weizen (inkl. Einkorn, Emmer und Kamut), Dinkel und Ur-Dinkel, Grünkern, Gerste, Roggen und Hafer enthalten ist.


Die Verdauung von Gluten

In unserem Körper kann Gluten nicht vollständig im Magen und oberen Dünndarm verdaut werden, wodurch die Zotten einer gesunden Dünndarmschleimhaut die unverdauten Glutenbruchstücke (sog. Glutenpeptide) mit den enthaltenen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen aufnehmen und den Stoffwechselprozessen des Körpers zur Verfügung stellen.


Bei an Zöliakie erkrankten Menschen führt der Genuss glutenhaltiger Nahrungsmittel allerdings dazu, dass sich die Schleimhäute im Darm entzünden, die Darmzotten immer kleiner werden und die Dünndarmoberfläche damit auf ein Minimum zusammenschrumpft. In der Konsequenz können nicht mehr genügend lebenswichtige Nährstoffe aufgenommen werden, wodurch im Laufe der Erkrankung gefährliche Defizite entstehen, die eine Reihe von Beschwerden auslösen können.



Symptome: Welche Beschwerden können bei einer Zöliakie auftreten?

Frau mit Bauch- und Magenschmerzen durch Zöliakie

Zu den typischen Symptomen der Zöliakie zählen Müdigkeit, Durchfall, Verstopfung, Blähungen sowie Bauch- oder Knochenschmerzen. Die Symptome der Zöliakie sind allerdings sehr vielfältig und können bei jedem individuell auftreten. Die große Anzahl der unterschiedlichen Ausprägungen erschwert daher oft eine schnelle Diagnose.


In welchem Alter tritt Zöliakie auf?

Grundsätzlich ist ein Ausbruch der Erkrankung in jedem Lebensalter möglich. Studien zufolge lassen sich allerdings zwei Häufigkeitsgipfel beobachten: Der erste liegt zwischen dem ersten und dem achten Lebensjahr, der zweite zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr. Insgesamt ist in Deutschland etwa 1 von 100 Personen von Zöliakie betroffen.


Zöliakie und Glutenunverträglichkeit

Neben der Zöliakie gewinnt auch das Krankheitsbild der Glutenunverträglichkeit immer größere Aufmerksamkeit. Diese äußert sich nicht als Autoimmunkrankheit wie die Zöliakie, bei der das Immunsystem Antikörper gegen körpereigene Strukturen bildet, sondern lediglich als Allergie. Hier reagiert das Immunsystem also ebenfalls mit einer übermäßigen Reaktion auf eine eigentlich harmlose Substanz, die ähnliche Symptome verursacht, aber weniger drastische Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen hat.


Ist eine glutenfreie Ernährung gesund?

Auch ohne Diagnose oder ausgeprägte Symptome greifen immer mehr Menschen zu glutenfreien Produkten. Die Gründe dafür sind vielseitig: Viele denken, eine glutenfreie Ernährung wäre gesünder und könnte beim Abnehmen helfen. Doch es konnte bisher weder ein positiver Effekt auf das Körpergewicht noch auf die Herzgesundheit oder die allgemeine Fitness wissenschaftlich belegt werden.


Im Gegenteil: In vielen glutenfreien Produkten werden oft mehr Zucker, Fette, Emulgatoren und Stabilisatoren verwendet, um sie geschmacklich zu verbessern und das fehlende Klebereiweiß zu ersetzen. Damit enthalten glutenfreie Lebensmittel häufig sogar mehr Kalorien und weniger gute Nährstoffe als gewöhnliche Lebensmittel. Beim Kauf glutenfreier Produkte solltest du also immer genau auf die Zutaten- und Nährstoffangaben schauen. Aber Achtung, Spoiler: Bei unseren glutenfreien Backmischungen kannst du dich entspannt zurücklehnen und die nährstoffreichen Leckereien auch ohne Bedenken schlemmen und genießen :)


Letztendlich gilt also: Für an Zöliakie erkrankte Menschen ist eine glutenfreie Ernährung alternativlos, für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit der Weg zu mehr Wohlbefinden und für gesunde Menschen nicht notwendig. Egal welche Ernährungsform du verfolgst, das Beste ist immer noch sich gesund und ausgewogen zu ernähren!