Convenience Food

Sind das nicht nur Dosenravioli, Tiefkühlpizza oder Fischstäbchen mit wenig Vitaminen und Nährstoffen und dafür haufenweise Fett, Zucker, Salz und Kalorien? Noch schneller als die Zubereitung von Convenience Food ist ihr Ruf, der ihnen bei vielen Konsumenten vorauseilt: Ungesund, wenige natürliche, dafür viele künstliche Zusatzstoffe – Warum Convenience Food dringend einen Imagewechsel braucht und eben nicht alles ungesund ist, was sich schnell zubereiten lässt!


gefüllte Supermarktregale


Was ist Convenience Food?

Der Begriff „Convenience Food“ stammt aus dem Englischen und heiß übersetzt so viel wie „bequemes Essen“. Und genau darum geht es bei den entsprechenden Lebensmitteln: Sie sollen die Zubereitung oder den Verzehr einer Mahlzeit oder eines Snacks schnell und unkompliziert gestalten.


Convenience-Produkte sind damit im Grunde alle Lebensmittel, die durch den Einsatz von menschlicher oder maschineller Arbeit in verschiedenen Stufen bearbeitet, vorbereitet und durch bestimmte Verfahren haltbar gemachten wurden. So wird dem Verbraucher oder dem Koch Zeit und Arbeit abgenommen und die Speisenzubereitung grundsätzlich erleichtert.


Je mehr Be- oder Verarbeitungsschritte der Nahrungsmittelhersteller im Vorfeld übernimmt, umso höher ist die Fertigungsstufe und damit der Convenience-Grad eines Fertigproduktes.



Zwischen welchen Fertigungsstufen wird bei Convenience-Produkten unterschieden?

Das Bundeszentrum für Ernährung hat die folgenden 5 Fertigungsstufen definiert, in denen Hersteller von Convenience-Lebensmitteln den Verbrauchern vermehrt Arbeitsschritte der Vor- oder Zubereitung von Speisen abnehmen.

  • Stufe 1: Küchenfertig

Das Produkt muss nicht mehr zugeschnitten oder portioniert, aber noch gegart und zu Ende vorbereitet werden (gewürzt, paniert etc.).

Beispiele: geputztes Gemüse, Früchte, zerlegtes Fleisch oder Kartoffeln im Glas

  • Stufe 2: Garfertig

Das Produkt kann ohne weitere Vorbereitung gegart, gekocht, gebraten, frittiert oder gebacken werden.

Beispiele: Reis, Nudeln, Tiefkühlgemüse, Aufbackbrötchen oder mariniertes Fleisch

  • Stufe 3: Misch- oder aufbereitungsfertig

Das Produkt ist fertig vorbereitet oder gegart und kann durch das Mischen mit weiteren Zutaten und dem kurzem Erwärmen zu fertigen Speisen zubereitet werden.

Beispiele: Instantsuppen, Puddingpulver, Kartoffelpüreepulver oder Backmischungen

  • Stufe 4: Zubereitungs- oder regenerierfertig

Das Produkt oder das Gericht wird durch Erhitzen verzehrfertig.

Beispiele: Alle Tiefkühl- und Mikrowellengerichte (Pizza, Nudelgerichte etc.)

  • Stufe 5: Verzehrfertig

Das Produkt oder das Gericht kann direkt gegessen werden, nachdem die Verpackung geöffnet oder entfernt wurde.

Beispiele: Joghurt, Smoothies, Sushi, fertige Salate oder Obstkonserven



Wieso gibt es heutzutage so viele Convenience-Produkte? Was sind ihre Vorteile?

Wie der Name bereits andeutet, ist Sinn und Zweck von vorbereiteten und bearbeiteten Lebensmitteln in erster Linie, uns Verbrauchern im Alltag bei der Essenzubereitung Zeit und Aufwand zu ersparen.


Die heute enorm breite und vielfältige Auswahl an Convenience-Produkten entstand mit der stetig steigenden Nachfrage nach schnell zubereiteten Speisen der immer mehr unter Zeitdruck stehenden Gesellschaft. Ein immer höherer Anteil der Gesamtbevölkerung ist berufstätig und für sehr beschäftigte Menschen ist es schlichtweg eine große Entlastung im Alltag, sich schnell im Supermarkt etwas holen zu können, das verzehrfertig ist und keine Wartezeit im Restaurant oder Zubereitungszeit in der eigenen Küche erfordert.


Auch die positive Entwicklung, dass immer mehr Frauen heutzutage die Karriereleiter betreten, führt dazu, dass die Nachfrage nach Convenience-Produkten steigt. Frauen sind aus der traditionellen Sichtweise seit jeher für die Nahrungszubereitung der gesamten Familie verantwortlich und standen daher früher stundenlang in der Küche. Heute fehlen vielen berufstätigen Frauen dafür ganz einfach die zeitlichen Kapazitäten und die Motivation, wodurch Convenience-Produkte auch im Familienleben eine große Hilfe im Alltag sein können.


Doch das bequeme Essen spricht nicht nur gestresste Berufstätige an, sondern findet auch bei vielen anderen Zielgruppen Anklang: Singles, die jeweils nur eine Portion benötigen und beim eigenständigen Kochen damit viele Lebensmittelreste hätten, Laien, denen es schlichtweg an Ideen oder grundlegenden Kochfähigkeiten fehlt, sowie ältere oder kranke Menschen, die keine Kraft für den Aufwand der täglichen frischen Essenszubereitung haben.


Convenience-Produkte sind somit vor allem Innovationen, die sich aus den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben und sich den neuen Bedürfnissen anpassen: Sie sind länger haltbar, können gelagert werden und sind vorportioniert, wodurch weniger Lebensmittelabfälle entstehen, und sie können einfach und schnell zubereitet werden. Auch zeichnen sich die Produkte oft durch eine hohe Lebensmittelsicherheit aus.



Was steht dem entgegen? Woher kommt der schlechte Ruf von Fertigprodukten?

Obwohl Convenience-Lebensmitteln eine große Unterstützung im Alltag zugesprochen werden kann, gibt es einige Kritikpunkte, die für das äußerst schlechte Image dieser Produkte verantwortlich sind.


Der größte Kritikpunkt an Convenience Food ist wohl der Nährstoffverlust, der sich durch die industrielle Verarbeitung ergeben kann. Convenience-Produkte werden meist tiefgefroren, gekühlt, getrocknet, sterilisiert oder pasteurisiert, konserviert, gesäuert oder unter Vakuum verpackt, um sie haltbar zu machen. Jede dieser Methoden beeinflusst die Qualität der Lebensmittel. Um diese jedoch konstant zu halten, setzen viele Hersteller Zusatzstoffe, unnötig viel Fett, Zucker und Salz, sowie diverse künstliche Aromen und Geschmacksverstärker ein, wodurch im Gegenzug ein Großteil der gesunden Inhaltsstoffe verloren geht. Dadurch liefern Fertiggerichte pro Portion meist deutlich mehr Kalorien als unverarbeitete Kost, sind wiederum aber nicht sättigender, was oft einen Anstieg des Körperfetts der Verbraucher bei einem dauerhaftem Konsum zur Folge hat.


Diese vielen Zutaten und Zusatzstoffe sorgen außerdem für einen eintönigen Geschmack, der bei den bereits komplett fertig zubereiteten Speisen nur wenig nach den individuellen Vorlieben und Bedürfnissen angepasst werden kann. Nur die Industrie kann beeinflussen, wie viel Fett, Salz und Zucker in den Gerichten landen.


Des Weiteren führt die energieaufwendige Herstellung dazu, dass die Produkte vergleichsweise teuer und ökologisch nicht empfehlenswert sind. Neben der schlechten Ökobilanz der industriellen Herstellung sorgen darüber hinaus auch die großen Mengen an Verpackungsmüll wie Plastik, Pappe, Glas und Aluminium für einen hohen Energieaufwand bei der Entsorgung.



Sind tatsächlich alle Convenience Produkte ungesund?

Diese Frage kann mit einem einfachen „Nein“ beantwortet werden, denn es gibt einfach zu viele verschiedene Produkte. Es gibt mit Sicherheit viele äußerst ungesunde Fertiggerichte, bei denen alle im vorherigen Abschnitt genannten typischen Vorurteile und Kritikpunkte zutreffen. Genauso zählen aber auch der vorgefertigte knackige Salat, tiefgekühltes Obst und Gemüse oder vorgekochte Hülsenfrüchte aus der Dose nach der Klassifizierung des Bundeszentrums für Ernährung zu Convenience-Produkten. Diese kommen in der Regel ganz ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe aus, stecken voller gesunder Vitamine, Mineral- und Nährstoffen und lassen sich problemlos mit einer gesunden Ernährung vereinbaren.


Des Weiteren geht auch der Trend bei Anbietern von Schnellgerichten zu gesunden, frischen Zutaten, fettarmen Fleisch- und Fischsorten sowie leichten Soßen und Dressings. Auch vegane oder vegetarische Produkte sowie sogenannte „Free-From“-Produkte für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten ergänzen zunehmend die vielfältige Palette an Convenience-Lebensmitteln. Viele tolle Unternehmen und junge Start-ups arbeiten laufend daran, die Zusammensetzung und die Rezepte von Fertiggerichten zu optimieren und setzen immer stärker auf biologische, naturbelassene Zutaten.


Es gibt daher auch definitiv viele Convenience-Produkte, die ihrem schlechten Ruf keineswegs gerecht werden und ihr missliches Image schleunigst losbekommen sollten! Ob ein Lebensmittel oder ein Gericht gesund oder ungesund sind, kommt nicht auf den Zusatz „convenient“ an, sondern ganz schlicht und einfach darauf, wie und aus welchen Zutaten es zusammengesetzt ist.



Woher weiß ich welche Convenience-Produkte gesund und welche ungesund sind? – Einkaufstipps

Wenn du Convenience-Produkte bewusst und sorgfältig auswählst und einige wertvolle Tipps und Regeln beherzigst, brauchst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn ab und zu mal ein Fertigprodukt auf dem Teller landet. Ganz im Gegenteil – Mit Convenience Food kannst du dich auch richtig gesund und ökologisch nachhaltig ernähren!


  • Wirf einen Blick auf das Etikett des Fertigproduktes!

Hersteller müssen nach der europaweit einheitlich geltenden Lebensmittelinformationsverordnung das Produkt genau bezeichnen, alle Zutaten auflisten, enthaltene Allergene hervorheben und die Nettofüllmenge sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum angeben. Außerdem müssen sie genaue Angaben zu den Nährwerten wie Fett, Zucker und Salz auf der Verpackung machen. So kannst du ganz einfach ein Bewusstsein dafür entwickeln, bei welchen Produkten du bedenkenlos zugreifen kannst und wo du gegebenenfalls ein alternatives Produkt in Betracht ziehen solltest.


Merke: Wenn die Zutatenliste auffällig lang ist und sie sich eher wie das Inhaltsverzeichnis eines Chemiebuchs als eine Zutatenlisten eines Kochrezeptes liest, desto eher handelt es sich um ein ungesundes Produkt aus dem Labor der Lebensmittel-Designer, das nicht zu einer gesunden, vollwertigen und ökologisch sinnvollen Ernährung beiträgt!


  • Achte auf das Verpackungsmaterial!

Wenn du bewusst die Convenience-Produkte wählst, die wenig Verpackungsmaterial benötigen oder sich die Abfälle so weit wie möglich recyceln lassen, kannst du die Umweltbelastung deutlich reduzieren. Die optimal portionierte Mahlzeit ermöglicht es dir gegebenenfalls sogar darüber hinaus deine Menge an Lebensmittelabfällen zu verringern.


  • Achte auf die Qualität!

Öko-Convenience-Produkte unterliegen denselben gesetzlichen Regeln wie Bio-Lebensmittel und müssen bei einer Kennzeichnung mit dem Zusatz „Bio“ oder „Öko“ mindestens zu 95% Zutaten aus ökologischer Erzeugung erhalten. Auch dürfen diesen Convenience-Produkten keine gentechnisch veränderten Zutaten und nur ein Zehntel der über 300 zugelassenen Zusatzstoffen hinzugefügt werden. Eine Bestrahlung der Lebensmittel ist komplett verboten. Auch hier kannst du also einen wertvollen Beitrag zur Schonung der Umwelt und der eigenen Gesundheit leisten.



Hoffentlich konnten wir dich etwas zum Nachdenken anregen und dabei helfen aufzuklären, dass „convenient“ nicht unbedingt nur bequem, aber gesundheitlich und ökologisch bedenklich, sondern auch richtig gesund, lecker und nachhaltig sein kann!


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Baetter Baking